Die Briefedition versammelt sämtliche noch nicht publizierten Briefe Veza Canettis. Diese beleuchten nicht nur das Leben der Dichterin neu, sondern auch ihr Werk, dem so seine Autofiktionalität bescheinigt wird. Das muss ihr schon selbst aufgefallen sein, wie sie in einem Brief 1948 luzid schreibt: „Verehrter Dr. Schönwiese ‚bei Durchsicht meiner Bücher habe ich bemerkt‘ sollte ich anfangen und dabei ist das Umgekehrte der Fall. Bei Durchsicht meiner Korrespondenz habe ich bemerkt, dass ich ganz vergessen habe Ihnen für Ihre liebenswürdigen Wünsche zum neuen Jahr zu danken …“
Die Briefedition gibt Einblick in den Wiener Freundeskreis der Zwischenkriegszeit, in die wienerisch geprägte Londoner Migrantenszene sowie in die Londoner Kulturszene. Die Briefe an Elias Canetti beleuchten die Arbeits- und Lebensgemeinschaft der beiden neu und unterstreichen das gegenläufige ihrer Karrieren, was nicht ohne Brisanz ist.


