Einladung zur Diskussion „(Jüdische) Sicht auf ein anderes Meran“

30.01.2020 20:00
Ort: Stadtbibliothek Meran, Rennweg 1, Meran

(Jüdische) Sicht auf ein anderes Meran
Diskussion mit Jakob De Chirico, Matthias Schönweger, Robert und Shirley Holton, Joachim Innerhofer, Ewald Kontschieder und Paul Rösch
Einführung und Moderation: Sabine Mayr

1835 legt August Lewald ein erstes Reisehandbuch zur Erkundung Tirols vor. Es markiert den Zeitpunkt, ab dem Meran sich zum Kurort entwickelt. Nicht zuletzt dank der öffentlichkeitswirksamen Werbung durch in Meran lebende oder Heilung suchende Jüdinnen und Juden wird dieser weltbekannt.
Wie bereits Heinrich Heine in der „Reise von München nach Genua“ stellen auch Daniel Spitzer, Jakob Straschnow, Aron Tänzer oder Franz Kafka den klerikal-konservativen Machterhalt in Tirol bloß, die sogar auf „Ritualmord“-Verleumdung zurückgreift. Diese und andere Autoren fördern nicht nur jüdische Identität, etwa mit der Errichtung der ersten Synagoge Tirols in Meran unter Rabbiner Tänzer, sondern auch gegenüber rückwärtsgewandten, völkisch-nationalistischen Interessen erweist sich ihr künstlerischer, wissenschaftlicher oder journalistischer Beitrag als treibende Kraft im Bemühen um eine liberale und tolerante Gesellschaft.

Link zum Buch „Von Heinrich Heine bis David Vogel. Das andere Meran aus jüdischer Perspektive“ von Sabine Mayr