Kulturheroen verdanken ihre Popularität zum Teil jenem Kanonisierungsprozess, der in Gedenkjahren regelmäßig zelebriert wird. Ausgehend vom Mozartjahr 2006 stellen die Beiträge in diesem Band die Frage: Wie werden identifikationsstiftende Helden zu solchen gemacht und welche Rolle spielt dabei das Label Genie?
WissenschaftlerInnen, BiographInnen und RegisseurInnen – einige von ihnen haben am making of der Bilder von Mozart und Wittgenstein in den letzten Jahren selbst mitgewirkt – reflektieren über Entstehungsprozess und Funktion von Biographien. Dabei wird interdisziplinär – aus philosophischer, musikwissenschaftlicher, kulturwissenschaftlicher, medienwissenschaftlicher und historischer Perspektive – darüber nachgedacht, wie das Genre der Biographie in das Verfolgen persönlicher Erzählstrategien ebenso verwoben ist wie in gesellschaftliche Sehnsüchte und Gesetze des Marktes.Mit Beiträgen von Thomas Ballhausen, Elisabeth Grossegger, Gernot Gruber, Øystein Hide/Ray Monk, Nicole L. Immler, Mathias Iven, Allan Janik, Christian Klein, Herbert Lachmayer, Elisabeth Leinfellner, Thomas Mießgang, M.A. Numminen, Kurt Palm, Klaus Puhl, Ferry Radax, Peter Stachel, Stefan Zahlmann, Werner Zillig.
Die Herausgeberin:
Nicole L. Immler, Dr.in, Mitarbeiterin der Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der ÖAW mit dem Forschungsprojekt ‚Das Nachleben von Restitution‘, durchgeführt in Kooperation mit dem Forschungsprogramm ‚The Dynamics of Cultural Rememberance: An Intermedial Perspective‘ (Prof. Ann Rigney) am Research Institute for History and Culture (OGC) der Universität Utrecht.
„Der vorliegende Sammelband sensibilisiert für ein Thema, das in unserem Alltag eine wichtige Rolle spielt, ohne dass wir uns darüber allzu viele Gedanken machen. Was steckt hinter dem Geniekult, dem Bedürfnis einen Superstar nach dem anderen zu produzieren und vor allem auch hinter Biographien?
Ein ungeheuer spannendes Thema, das in zahlreichen Facetten aufgearbeitet wird. Das Buch ist eine große Bereicherung für die Kulturwissenschaft und für alle, die genauer wissen möchten, was hinter Phänomenen wie Starkult, Stilisierung von Einzelpersonen und hinter dem Geniebegriff steckt.“
www.kultur-ostbayern.de, Sigrid Grün