Die in den 90er Jahren öffentlich diskutierte Entschädigungsfrage für ehemalige Zwangsarbeiter im Dritten Reich hat die historische Auseinandersetzung mit dem Thema auch in der österreichischen Zeitgeschichte forciert. Während die italienische Forschung in den Anfängen steht, hinkt die regionalhistorische Beschäftigung mit dem Thema im Alpenraum trotz direkter Betroffenheit eklatant nach. "Geschichte und Region/Storia e regione" setzt mit diesem Heft einen ersten Schritt zur Schließung dieser Lücke. Überblicksdarstellungen und Mikrostudien halten sich die Waage und zeigen jeweils das beeindruckende Ausmaß von Zwangsarbeit auch im alpinen Kernraum.Negli anni 90 la questione del risarcimento favore di coloro che sotto il Terzo Reich hanno dovuto prestare lavoro coatto è divenuta oggetto di pubblico dibattito, inducendo anche gli storici contemporanei austriaci a occuparsi del tema. Se in Italia sono state avviate alcune ricerche in questo senso, balza invece agli occhi il ritardo della storiografia regionale alpina, nonostante larea sia stata interessata direttamente dal fenomeno. Con questo numero "Geschichte und Region/Storia e regione" intende compiere un primo passo in direzione del superamento di questo stato di cose, mostrando, attraverso studi di carattere generale e analisi di casi specifici, quanto rilevante sia stata la presenza del lavoro coatto anche nelle regioni alpine.
Aus dem Inhalt:
Hermann J. W. Kuprian: "Frondienst redivivus im XX. Jahrhundert!". Arbeitszwang am Beispiel von Flucht, Vertreibung und Internierung in Österrelich während des Ersten Weltkrieges
Brunello Mantelli: Braccia italiane per leconomia di guerra del Terzo Reich: Lavoratori civili, internati militari, deportati 1938-1945
Erich Schreder: Zwangsarbeit im Reichsgau Tirol und Vorarlberg im Zweiten Weltkrieg
Heinz Blaumeiser: Die Tiroler "Russin" - von der Verschleppung zur Entschädigung. Ein Fallbeispiel aus der Werkstatt lebensgeschichtlicher Rekonstrution
Aufsätze:
Andrea Sarri: Devozioni di massa, politica e società tra le due guerre mondiale: il caso del "Sendbote des göttlichen Herzen Jesu"
Forum:
Gabriella Hauch: Listituzionalizzazione della politica demografica e sessuale del nazionalsocialismo nei confronti delle "Ostarbeiterinnen" e delle polacche: "modello Oberdonau"?
Alessandro Campaner: La memoria accessibile. Esperienze allArchivio Provinciale di Bolzano
(...)wichtige Studie.
Tiroler TageszeitungGeschätzte 25.000 bis 30.000 Menschen wurden in der Nazi-Zeit in Tirol als Zwangsarbeiter eingesetzt - genaue Zahlen fehlen, ebenso wie eine umfassende Gesamtdarstellung dieses heiklen Thema. Einen "ersten Schritt zur Schließung dieser Lücke" setzen nun Cinzia Villani und Wolfgang Meixner, Herausgeber von "Zwangsarbeit Lavoro coatto" (Reihe Geschichte und Region Storia e regione, StudienVerlag) Zahlenmaterial, ein Beitrag über den Einsatz italienischer Zwangsarbeiter im Deutschen Reich, aber auch die Geschichte einer russischen Zwangsarbeiterin, die nach Kriegsende in Tirol blieb, dokumentieren das dunkle Kapitel.
Echo
In den Neunzigerjahren wurde die Frage nach der Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern auch hierzulande intensiv diskutiert. Dabei stellte sich heraus, wie groß die Forschungslücke zu diesem Thema auch in Tirol ist. Diese Defizite auszugleichen bemüht sich der eben im Innsbrucker Studien Verlag erschienene neue Band der Reihe "Geschichte und Region" mit dem Schwerpunkt "Zwangsarbeit". Mehrere Aufsätze (in deutscher und italienischer Sprache) widmen sich dem Thema. So gibt etwa die Studie "Zwangsarbeit im Reichsgau Tirol und Vorarlberg im Zweiten Weltkrieg" von Erich Schreder eine fundierte Überblicksdarstellung, während der Aufsatz "Die Tiroler Russin - von der Verschleppung zur Entschädigung" von Heinz Blaumeiser die Problematik anhand eines konkreten Fallbeispieles - einer lebensgeschichtlichen Rekonstruktion - aufarbeitet.
Tiroler Tageszeitung
"(...) wichtige Studie (...)"
Tiroler Tageszeitung
"Während die österreichische Zeitgeschichte wesentliche Schritte zur Aufarbeitung des Themas für Österreich im Nationalsozialismus eingeleitet hat, steht die italienische Forschung in den Anfängen. Die regionalhistorische Beschäftigung mit dem Thema im Alpenraum hinkt vollends nach. Das neue Heft "Zwangsarbeit" der Reihe "Geschichte und Region", erschienen im Studienverlag, Innsbruck, versucht anhand Überblickdarstellungen und Fallstudien dieser Lücke entgegenzuwirken."
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